Berliner Betrüger Schanzenviertel Hamburg
  1. Schulterblatt
  2. Juliusstraße
  3. Susannenstraße
  4. Bartelsstraße

Open Mic in Hamburg — Livemusik in den kleinen Räumen des Viertels

Eine Liste, fünf Minuten, kein Soundcheck. Die offene Bühne ist das Format, das in eine Kneipe passt — und deshalb das verbreitetste Livemusik-Format in einem Viertel aus kleinen Räumen.

Kleine Bühnenecke in einem Kneipenraum mit Mikrofonständer und Verstärker
Fünf bis zehn Minuten pro Auftritt, keine Vorauswahl, keine Gage — das Format ist auf Räume mit zwanzig bis fünfzig Plätzen zugeschnitten.
01

Wie ein Open Mic abläuft

Das Prinzip ist überall dasselbe: Es gibt eine Liste, in die sich einträgt, wer auftreten will, und ein festes Zeitfenster pro Person — meist fünf bis zehn Minuten. Keine Vorauswahl, keine Bewerbung, keine Gage. Wer zuerst kommt, spielt zuerst, und wenn die Liste voll ist, ist sie voll.

Daraus folgt ein Abendverlauf, der sich deutlich von einem Konzert unterscheidet. Statt eines gebuchten Programms mit zwei oder drei Acts gibt es zehn bis fünfzehn kurze Auftritte, zwischen denen umgebaut wird. Das Publikum ist zu einem erheblichen Teil aus Auftretenden und deren Begleitung zusammengesetzt, was den Ton freundlicher macht als bei einem regulären Konzert.

Die Technik ist entsprechend knapp. Eine kleine Anlage, ein bis zwei Mikrofone, ein Verstärker — mehr passt in die Räume oft nicht hinein. Wer ein Instrument spielt, bringt es mit; ein vollständiges Backline-Setup ist in dieser Größenordnung die Ausnahme.

02

Warum kleine Räume das Format prägen

In einem Viertel, dessen Gastronomie überwiegend aus Räumen mit zwanzig bis fünfzig Plätzen besteht, ist ein Konzert mit gebuchtem Programm wirtschaftlich schwierig. Eine offene Bühne löst dasselbe Problem anders: Sie kostet den Betrieb nichts außer der Anlage und einem Wochentag, und sie bringt Publikum, das ohnehin kommt.

Deshalb finden solche Abende fast immer unter der Woche statt. Das Wochenende gehört dem regulären Betrieb, an dem ohnehin jeder Platz belegt ist; Montag bis Donnerstag ist die Bühne der Grund, überhaupt zu kommen. Es ist dieselbe Logik, die den Kicker im Nebenraum erklärt — eine zweite Beschäftigung neben dem Trinken, die den Abend trägt, wenn der Laufverkehr fehlt.

Räumlich heißt das: Wer Livemusik im Viertel sucht, sucht sie nicht auf der Hauptachse, wo die Flächen für Sitzplätze gebraucht werden, sondern in den Häusern der Querstraßen mit mehr als einem Raum.

Wenn man selbst spielen will

Der Einstieg ist bewusst niedrigschwellig, und das ist der Punkt des Formats. Es gibt keine Bewerbung und keine Auswahl; die einzige Hürde ist, rechtzeitig da zu sein, um auf die Liste zu kommen. Bei etablierten Reihen kann das eine Stunde vor Beginn schon knapp werden.

Was man mitbringt

Das eigene Instrument und die Bereitschaft, mit fremder Technik zurechtzukommen. Ein Soundcheck im eigentlichen Sinn findet nicht statt; die Anlage steht, wie sie steht, und wird zwischen den Auftritten allenfalls grob nachgeregelt. Wer darauf eingestellt ist, hat den Abend auf seiner Seite.

Wie man eine Reihe findet

Diese Seite führt bewusst keine Termine: Offene Bühnen entstehen und verschwinden mit dem Betrieb, der sie veranstaltet, und eine Liste wäre nach einem halben Jahr überwiegend falsch. Verlässlicher sind die Muster. Gesucht wird an einem Wochentag zwischen Montag und Donnerstag, in Häusern mit mehr als einem Raum, und angekündigt wird fast immer am Ort selbst — als Aushang an der Tür oder als Tafel neben dem Tresen.

Das klingt umständlicher, als es ist. In einem Viertel dieser Größe hat man die in Frage kommenden Adressen an einem Abend abgelaufen, und wer einmal eine Reihe gefunden hat, findet über deren Publikum die nächsten. Auftretende wissen in der Regel, wo an den übrigen Wochentagen gespielt wird — das ist die zuverlässigste Auskunft, die es zu diesem Format gibt.

Zwischen offener Bühne und Konzert

Größere Häuser im weiteren Umfeld buchen Programme und verkaufen Tickets — ein anderes Format mit anderer Vorbereitung. Beides existiert nebeneinander, und der Übergang ist für viele Auftretende genau der Weg: erst die Liste, später das Programm.

Häufige Fragen zu offenen Bühnen

Was ist ein Open Mic genau?

Ein Abend mit offener Bühne: Wer auftreten will, trägt sich in eine Liste ein und bekommt ein festes Zeitfenster, meist fünf bis zehn Minuten. Es gibt keine Vorauswahl und in der Regel keine Gage.

Muss man sich anmelden, um aufzutreten?

Meistens reicht das Eintragen vor Ort, oft eine Stunde vor Beginn. Bei bekannteren Reihen kann die Liste früh voll sein; manche arbeiten deshalb mit Voranmeldung. Das ist von Haus zu Haus verschieden.

Kostet der Eintritt etwas?

Häufig nicht oder nur ein kleiner Betrag. Verbreiteter ist der Hut, der nach den Auftritten herumgeht. Die Betriebe verdienen am Getränkeumsatz, nicht am Eintritt.

Was unterscheidet Open Mic von einem Konzert?

Die Auswahl und die Länge. Ein Konzertabend hat ein gebuchtes Programm und feste Spielzeiten; ein Open Mic hat eine Liste und viele kurze Slots. Das Publikum wechselt entsprechend häufiger.

Welche Technik steht üblicherweise bereit?

In kleinen Räumen meist eine kleine Anlage, ein oder zwei Mikrofone und ein Verstärker. Wer ein eigenes Instrument spielt, bringt es mit. Ein vollständiges Backline-Setup ist die Ausnahme.

Wann finden solche Abende statt?

Überwiegend unter der Woche, weil das Wochenende dem regulären Betrieb gehört. Beginn ist typischerweise am frühen Abend, damit mehrere Auftritte in den Abend passen.